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Unsere B Corps haben einen Plan B: 3 konkrete Beispiele

Im Frühjahr 2023 lancierten wir von B Lab Schweiz unsere erste nationale Kampagne, um die Bekanntheit der B Corp Bewegung in der Schweiz zu erhöhen. Das Ziel war es, zu zeigen, dass Schweizer B Corps einen #PlanB für die Gesellschaft und die Umwelt haben. Das bedeutet, einen Weg zu finden, ein Unternehmen nicht nur mit dem Ziel der Gewinnmaximierung zu führen, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt und unsere Gesellschaft zu haben und somit einen Beitrag zur Schaffung einer nachhaltigeren Wirtschaft zu leisten. Aber ein Plan ist nur ein Plan. Das Wichtigste ist, ihn in die Tat umzusetzen. Unsere über 100 Schweizer B Corps haben konkrete Best Practices entwickelt, die sie in ihrer täglichen Arbeit anwenden, um diese Plan B's in die Praxis umzusetzen. In diesem Artikel zeigen wir drei Beispiele auf.



Beispiel 1: Das Glasprojekt - ein einzigartiges Kreislaufmodell von Opaline zur Transformation der Wirtschaft, eine Flasche nach der anderen


Im Jahr 2020 sah sich Opaline mit einer entmutigenden Realität konfrontiert: Trotz des starken Glaubens an Glas als ideales Behältnis für ihre natürlichen Getränke ergab eine Kohlenstoffbilanz, dass Glasflaschen für unglaubliche 49% der CO2-Emissionen des Unternehmens verantwortlich sind, nämlich 163,2 Tonnen, was den jährlichen Emissionen von elf Schweizer Bürger:innen entspricht. Entschlossen, bis 2030 Kreislaufwirtschaft und Kohlenstoffneutralität zu erreichen, beschloss das Unternehmen, ein Kreislaufmodell mit der ehrgeizigen Mission zu entwickeln, die Wirtschaft Flasche für Flasche zu verändern.


Zu diesem Zweck hat Opaline das “Glasprojekt” entwickelt, das darauf abzielt, das System der Glasflaschen zu revolutionieren und ihre Lebensdauer durch einen Kreislauf von bis zu sieben Zyklen zu verlängern. Das Unternehmen wird hierfür eng mit Getränkehändler:innen, der HORECA-Industrie und den Verbraucher:innen zusammenarbeiten. Einrichtungen wie Cafés, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte werden die Flaschen sammeln und direkt an die Händler:innen zurückgeben, die sie nahtlos wieder in das System integrieren, um sie erneut mit den Getränken von Opaline zu befüllen. Die ersten Versuche mit Händler:innen im Rahmen des Pilotprojekts werden im September dieses Jahres beginnen.


Die Produktionslinie von Opaline - Quelle: Opaline


Ab August 2023 werden alle Flaschenetiketten auf wasserlösliche Materialien umgestellt, was den Waschprozess vereinfacht und die Effizienz erhöht. Opaline wird das System durch die Integration in die Projekte Ça Vaud l'Retour und J'la Ramène testen und verfeinern und sich dabei auf die Logistik und die Qualität der Flaschen konzentrieren. Während die Reinigung zunächst in traditionellen Boxen erfolgt, ist für die Zukunft ein grösseres Projekt bei Univerre, dem Schweizer Marktführer für industrielle Flaschenreinigung, geplant.


Auch wenn sich zunächst nicht alle Händler:innen beteiligen werden, hat die Hälfte, vor allem die kleineren, bereits ihre Unterstützung für die Vision von Opaline zugesagt. Zehn Lebensmittelgeschäfte in Genf und im Waadtland werden ab September 2023 die natürlichen Säfte mit einem Pfandsystem anbieten. Mit dem Glasprojekt will Opaline die Geschichte der Glasflaschen neu schreiben und eine nachhaltige Welt schaffen, in der jede Flasche eine transformative Reise antritt und zu einer besseren Zukunft beiträgt.


Beispiel 2: Der neue nachhaltige Logistik-Campus von Weleda


Wer wächst, braucht Platz. Doch bei Weleda ist man der Meinung, dass Wachstum nicht auf Kosten der Umwelt entstehen darf. Deshalb haben sie sich entschieden, ihr neues Logistikzentrum im Einklang mit Mensch und Natur im Gewerbegebiet Gügling Nord IV in Schwäbisch Gmünd in Deutschland zu errichten.


Bauen kann man auch im Einklang mit Mensch und Natur. Dafür setzt das Weleda Logistikzentrum in Schwäbisch Gmünd neue Massstäbe, auf die wir gemeinsam stolz sind.

Alois Mayer, Mitglied der Geschäftsleitung


Die Weltmarktführerin für zertifizierte Naturkosmetik und anthroposophische Arzneimittel zentralisiert mit dem „Logistik-Campus“ die internationale und nationale Vertriebs sowie Teile der Produktionslogistik. Hohe Nachhaltigkeitsstandard zeichnen die neu entstehenden Gebäude aus. Das Vorzertifikat zum DGNB-Platin-Standard hat das Bauprojekt bereits erhalten. Es handelt sich bei dieser Auszeichnung um die höchste Bewertungsstufe der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.


Der neue Logistik-Campus von Weleda - Quelle: Weleda


Um sicherzustellen, dass der neue Logistik-Campus so nachhaltig wie möglich ist, hat Weleda viele Aspekte berücksichtigt. Zum einen wird das Gebäude mit natürlichen Materialien wie Holz und Stampflehm gebaut. Bei Bedarf können sie wieder in der Materialkreislauf zurückgeführt werden.


Zum anderen prägen Streuobstwiesen mit Wildfrüchten, ein Kräuterstreifen, heimische Hecken, Wachholderheide, blühende Felder und Rosen die Aussenanlage des Logistikzentrums. Regionale Pflanzen halten dem lokalen Klima stand und benötigen kaum Bewässerung. Insgesamt soll sich das Gelände völlig verwandeln – von einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Monokultur hin zu einer Landschaft mit hoher Biodiversität.


Drittens wird das neue Logistikzentrum ohne den fossilen Brennstoff Gas auskommen und somit klimaneutral sein. Heiz- und Kühlleistung der drei neuen Gebäude im Industriegebiet Gügling lassen sich zu 100 Prozent durch Erdwärme und Solarstrom decken. Weil ausschliesslich erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, lassen sich hochgerechnet 207 Tonnen an Kohlenstoffdioxid einsparen.


Unsere konsequente Entscheidung für erneuerbare Energien erweist sich als richtig und zukunftsweisend – auch in Anbetracht der momentan angespannten Versorgungslage.

Daniela Trah, Projektleiterin Logistik und Karl-Heinz Türk, Bereichsleiter Infrastruktur


Beispiel 3: Alpro - Pionierin der pflanzenbasierten Ernährung


Alpro ist ein Vorreiter in der Entwicklung und Herstellung von schmackhaften, nahrhaften und nachhaltigen pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken. Das Unternehmen startete als Nischenprodukt für Menschen mit Laktoseintoleranz oder für Veganer:innen und ausschliesslich mit Sojaprodukten. Heute ist ein viel grösserer Teil der Bevölkerung daran interessiert, mehr pflanzliche Produkte zu konsumieren. Die Mission von Alpro ist es, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, auf eine flexitarische Ernährung umzusteigen, die nicht nur positiv für die Gesundheit der Menschen ist, sondern auch den Planeten schützt.


Alpros pflanzliche Produkte- Source: Alpro


Alpro engagiert sich, seinen CO2- und Wasser-Fussabdruck stetig zu reduzieren. Das zeigt sich auch bei den Rohstoffen, die das Unternehmen für seine Produkte verwendet. Alpro bezieht europäischen Hafer, mediterrane Mandeln und Soja aus Europa sowie teilweise aus Kanada. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, den Herstellungsprozess ressourcenschonender zu gestalten und Verpackungen aus pflanzenbasierten oder recycelten Materialien zu entwickeln.


Alpro verbessert ausserdem immer wieder das Nährwertprofil und die Zusammensetzung der Produkte, indem beispielsweise der Zuckergehalt reduziert und der Ballaststoffgehalt erhöht wird. Bereits seit 2019 ist der Nutri-Score, der Auskunft über den Nährwert eines Produkts gibt, auf den Verpackung deutlich sichtbar.


Möchten Sie mehr über unsere #myplanB Kampagne und die verschiedenen Plan Bs unseres Swiss B Corps erfahren? Dann besuchen Sie unsere Kampagnen-Website.




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